Konferenz: Rausch als Risiko und Herausforderung – Neue Wege der Suchtprävention

Henrik Jungaberle

Auf dem Abschlussbild der Konferenz u.a. zu sehen: die damalige Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD), die schwedische Königin Silvia (damals Präsidentin der Mentor Stiftung International), Dr. Henrik Jungaberle (2007 tätig am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg) sowie der damalige Geschäftsführer der Mentor Stiftung Jerome Braun.

„Rausch als Risiko und Herausforderung“

Die Karlsruher Konferenz 2007 war die Initialzündung für das Präventionsprogramm REBOUND

Im Jahr 2007 habe ich, Henrik Jungaberle, aus dem Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg heraus die Fachkonferenz „Rausch als Risiko und Herausforderung – Neue Wege der Suchtprävention“ organisiert. Die Konferenz wurde vom deutschen Bundesministerium für Gesundheit finanziert und wurde gemeinsam mit der Mentor Stiftung Deutschland ausgerichtet. Unter Schirmherrschaft und Anwesenheit von Königin Silvia von Schweden, die zu jener Zeit auch als Präsidentin der Mentor Foundation International fungierte sowie der damaligen Drogen- und Suchtbeauftragten der Bundesregierung, Sabine Bätzing, wurden Thesen für zukünftige Suchtprävention erarbeitet.

In den Mittelpunkt der Konferenz habe ich damals die Frage gestellt, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit psychoaktiven Substanzen in der täglichen Kinder- und Jugendarbeit verankert werden kann.
Als Referenten sprachen neben mir damals unter anderem Dr. Joel Brown aus den USA, Gerald Koller aus Österreich, Prof. Walter Kern aus der Schweiz und die damalige Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) Frau Dr. Elisbeth Pott. Prof. Dr. Klaus Hurrelmann von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld und mitverantwortlich für die Shell-Jugendstudie hat das Eröffnungsreferat gehalten.

Die „Karlsruher Erklärung“ hat 2007 gemeinsam mit Referenten und Teilnehmern fruchtbare Unruhe gestiftet und tatsächlich „neue Wege“ vorbereitet. Die Konferenz war Vorbereitung für das 2010-2013 von mir und meinem Team am Universitätsklinikum Heidelberg mit EU-Mitteln entwickelte REBOUND Programm. Aus heutiger Sicht (2021) kann man sagen, dass REBOUND wissenschaftlich, pädagogisch und strukturell eine neue Form und einen anderen Stil der Prävention vorbereitet hat. Dieser ist von Realismus, Authentizität und Zusammenarbeit mit jungen Menschen geprägt. Seit Inkrafttreten des Präventionsgesetztes (2015) hat REBOUND eine rasante Aufwärtsentwicklung erlebt. Im Jahr 2020 habe ich den Vorsitz von FINDER e.V. an meinen Kollegen und Freund Maximilian von Heyden übergeben, der jetzt für diesen Bereich unserer Tätigkeiten voll verantwortlich ist und einen fantastischen Job macht.

Die Schnappschüsse unten zeigen Teilnehmer:innen und Referenten:innen der Tagung „Rausch als Risiko und Herausforderung – Neue Wege der Suchtprävention“ (2007 in Karlsruhe). Dazu gehörten u.a. Königin Silvia von Schweden, die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing, Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Rolf Verres (Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg). Ein Team von Schüler:innen hatte Szenen aufgeführt, die die psychologischen und sozialen Herausforderungen des Konsums von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol, Cannabis und anderen darstellten.

June 15th-16th, 2007

Finder logo

Zusammen mit KollegInnen hat Dr. Henrik Jungaberle 2013 den gemeinnützigen Verein FINDER e.V. gegründet. Dieser hat REBOUND nach der EU-finanzierten Entwicklung und ersten Evaluation weiter entwickelt und in bislang 14 deuten Bundesländern und Luxemburg implementiert. Der Verein wird derzeit von Maximilian von Heyden geführt.

Mehr als 1000 Lehrer wurden weitergebildet und über 200 Schulen und Einrichtungen der Sozialhilfe führen das Programm durch (Stand Juni 2021).

FINDER hat sich zu einem der innovativsten Sozialunternehmen der Bundesrepublik entwickelt und führt aktuell mehrere Präventionsprogramme u.a. in Zusammenarbeit mit der EMCDDA und der BZgA durch.

Die Konferenz wurde durch das Bundesministerium für Gesundheit sowie die Mentor Stiftung Deutschland e.V. gefördert und ko-organisiert durch das Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg.

Universitätsklinikum Heidelberg